The Catcher in the Rye

Juli 6, 2008

… von J. D. Salinger ist inzwischen zwar ein gut abgehangenes Stück Literatur (publ. 1951) – aber immer noch wirkungsvoll. Ich habe den Roman mehrfach in Leistungskursen gelesen.

Since his debut in 1951 as The Catcher in the Rye, Holden Caulfield has been synonymous with “cynical adolescent.” Holden narrates the story of a couple of days in his sixteen-year-old life, just after he’s been expelled from prep school, in a slang that sounds edgy even today and keeps this novel on banned book lists. It begins,
“If you really want to hear about it, the first thing you’ll probably want to know is where I was born and what my lousy childhood was like, and how my parents were occupied and all before they had me, and all that David Copperfield kind of crap, but I don’t feel like going into it, if you want to know the truth. In the first place, that stuff bores me, and in the second place, my parents would have about two hemorrhages apiece if I told anything pretty personal about them.”
His constant wry observations about what he encounters, from teachers to phonies (the two of course are not mutually exclusive) capture the essence of the eternal teenage experience of alienation.

Die Bezeichnung “cynical adolescent” in diesem Kurztext von Amazon.com trifft nur teilweise zu – denn der Zynismus ist nur der Schutzschicht, die sich dieser sehr einsame und sehr unsichere Junge zugelegt hat, um nicht in der Welt der prinzipienlosen Erwachsenen unterzugehen. Und dieser Aspekt macht den Roman auch für heutige Jugendliche noch attraktiv, denke ich.
Die Kurzzusammenfassung der Merriam-Webster Encyclopedia of Literature (auch bei Amazon zitiert) gefällt mir recht gut:

The influential and widely acclaimed story details the two days in the life of 16-year-old Holden Caulfield after he has been expelled from prep school. Confused and disillusioned, he searches for truth and rails against the “phoniness” of the adult world. He ends up exhausted and emotionally ill, in a psychiatrist’s office. After he recovers from his breakdown, Holden relates his experiences to the reader.

Im Unterricht kann man u. a. die Verlässlichkeit des Erzählers thematisieren, man kann beliebte Formulierungen Holden Caulfields sammeln lassen und die Wirkung der Wiederholungen analysieren, die Familienverhältnisse der Caulfields erschließen und daraus die Gründe für Holdens Zustand ableiten lassen …
Sollte noch ein Beleg nötig sein, der die Bedeutung dieses Romans unterstreicht, so sei auf die Aktion der chilenischen Präsidentin Michelle Bachelet verwiesen, die zur Bekämpfung der weit verbreiteten Leseunlust Sets von je neun Büchern an 400.000 arme Familien verteilen ließ – unter diesen neun Büchern nennt der Artikel des Economist (”Let them eat Kafka”) neben Kafkas “Verwandlung” auch Salingers “Catcher in the Rye”.
Sekundärliteratur gibt es zuhauf – nicht nur bei York Notes und ihren Brüdern (Barrons Notes, Cliffs Notes, Sparks Notes), sondern auch beispielsweise eine Reihe guter Texte im Archiv der New York Times.
Für Freunde der Übersetzung sei gesagt: Man kann sich auch einen (gewinnbringenden) Spaß daraus machen, ein oder zwei Seiten ins Deutsche zu übersetzen und das dann mit der eher kläglichen Übersetzung Heinrich Bölls vergleichen – die neue Übersetzung von Eike Schönfeld (Kiepenheuer und Witsch) ist dagegen recht gelungen (schöne Besprechung beim Deutschlandfunk).

(rip)

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2 Antworten zu “The Catcher in the Rye”

  1. rip Sagt:

    Erst jetzt entdeckt: im “neverenoughhomework”-Blog sind drei Reading-Log-Postings über “Catcher in the Rye”.
    1 Catcher in the Rye – Reading Log I
    2 Catcher in the Rye – Reading Log II
    3 Catcher in the Rye – Reading Log III

  2. rip Sagt:

    Audio-Material

    Ein Podcast über die Rezeption von “The Catcher in the Rye” (von Herrn Rau in einem Kommentar auf NEH erwähnt):
    - Holden Caulfield: Giving Voice to Generations
    Fünf weitere Sendungen sind am Fuße der Seite verlinkt; zwei davon sind hier noch aufgeführt:

    Eine ganze Stunde über den Roman, anläßlich des 50jährigen Jubiläums seiner Veröffentlichung:
    - 50th Anniversary of Catcher In the Rye

    Ein Podcast über Joyce Maynard, die Liebesbriefe versteigern ließ, die sie vor vielen Jahren von Salinger bekommen hat – und davon ausgehend: Wie definiert man die Privatsphäre einer öffentlichen Person?
    - Letters from Salinger


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