von Salman Rushdie ist die Eröffnungsgeschichte seiner Kurzgeschichtensammlung East West und inzwischen vielleicht ein moderner Klassiker.
Muhammad Ali verkauft vor einem britischen Konsulat in Pakistan (gefälschte und meist nutzlose) Papiere, um den Frauen zu helfen (oder ihnen zumindest Geld abzuknöpfen), die jeden Dienstag dort erscheinen, um eine Einreisegenehmigung für England zu erhalten.
Auch Miss Rehana ist eine dieser Frauen. Ihr Anliegen ist sogar berechtigt: Sie ist als Kind verlobt worden; ihr Verlobter lebt und arbeitet in England. Dennoch gibt ihr Muhammad Ali Ratschläge, wie sie sich im Konsulat zu verhalten hat. Dass man ihr intime Fragen zu ihrem Verlobten stellen wird und Detailwissen erwartet. Miss Rehana schlägt diese und weitere Hilfe aus, antwortet ehrlich und als sie das Konsulatsgebäude letztlich verlässt, strahlt sie. Die Einreiserlaubnis hat sie nicht erhalten. Muss nicht nach England zum Verlobten. Kann ihren Beruf weiter ausüben.
Der westliche Leser – zumindest ging es mir so, als ich diese Kurzgeschichte zum ersten Mal las – teilt die unausgesprochenen Erwartungen Muhammad Alis und ist genauso überrascht wie er von der Wendung am Schluss.
(Herr Rau)
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