… ist der Erstlingsroman von Jay Asher, erschienen 2007.
Hannah Baker hat Selbstmord begangen. Kurz nach ihrem Tod tauchen bei einem Kameraden besprochene Tonbandkassetten auf, in denen sie die 13 Gründe, die sie in den Selbstmord getrieben haben, 13 einzelnen Personen zuordnet, von denen sie sich schlecht behandelt, verraten oder erniedrigt fühlte. In 13 Kapiteln ( Kassettenseiten) spricht sie diese Personen konkret an und erzählt ausführlich, inwieweit sie an dem Verantwortung tragen, was sie den „snowball effect“ nennt und sie zunehmend in die Vereinsamung und Verzweiflung führte. Der gesprochene Text der Kassetten = kursiv gedruckt = wird permanent unterbrochen durch die parallele Erzählung der Gegenwart des Klassenkameraden Clay, seine Gedanken, seine Rückblicke in die erzählte Zeit (teils deckungslgeich mit dem Erzählten, teils abweichend, er muss permanent Erinnerungen korrigieren oder updaten) , und in seine Zeitreise zurück anhand eines Stadtplans, den er von Hannah bekommen hatte und auf dem sie die Orte markiert hat, die er aufsuchen soll. A real quest. Hier kommt viel Spannung auf. Es kommt heraus, dass Clay in Hannah verliebt war, sich aber nicht getraut hat, etwas daraus zu machen. Deshalb ist er auch auf der Liste der 13 Personen gelandet…
Die Ausführungen Hannahs haben nichs Larmoyantes, sie trägt ihre Geschichte relativ sachlich vor, spielt jedoch mit dem Zuhörer (Manipulation, Erzeugen von Angst und Spannung etc.). An manchen Stellen geht das Buch richtig unter die Haut.
Hier die Gründe warum ich den Roman geeignet finde:
- Er ist in einer amerikanischen Kleinstadt an einer High School angesiedelt und vermittelt entsprechende landeskundliche Informationen.
- Die Personen entsprechen dem Alter unserer Oberstufenschüler. Ihr Leben (Schule, Beziehungen, Parties, Ausgrenzung, Sein / Schein, Suche nach Freundschaft und Liebe, Selbstdarstellung, gekränktes Ego, Einsamkeit und Not …) ähneln denen unserer Jugendlichen.
- Die Themen des Buches sind menschlich und psychologisch relevant.
- Das Buch bietet viele Möglichkeiten für ernsthafte Gespräche, die affektive Lernziele vertiefen.
- Das Buch hat eine klare Struktur, an der sich sehr gut exemplarisch die Analyse üben lässt.
- Die Inhalte und vor allem Hannahs Weg in den Suizid sind deutlich dargestellt, nicht verklausuliert, was für die erste Analyse einer Ganzschrift sinnvoll ist. Man hat keine Nüsse zu knacken, it’s all pretty obvious if you understand the text.
- Das Sprachniveau des Buches bietet keine besonderen Schwierigkeiten.
- Die permanente Juxtaposition zweier Perspektiven und Erzählzeiten (Hannah, Vergangenheit / Clay, Gegenwart) ist ausgesprochen reizvoll.
- Hannahs Weg in den Selbstmord lässt sich sowohl innerlich (steigende Verzweiflung und Einsamkeit) als auch äußerlich (wachsende Ausgrenzung durch falsche Gerüchte, Verrat und kleinliche Racheakte) konsequent nachvollziehen.
- Die einzelnen Beiträge der Klassenkameraden zum „snowball effect“ scheinen jeweils banal, alltäglich und wirken teilweise fast harmlos (bis auf sexuelle Übergriffe) – und lösen doch sehr viel in Hannah aus. Ich bin sicher, dass sich hier Nachdenklichkeit bei den Schülerinnen und Schülern einstellt – und dass es viele Gesprächsanlässe gibt.
- Nicht alle Kapitel müssen vom ganzen Kurs gelesen werden. Nach 2 – 3 Einführungskapiteln, die exemplarisch behandelt werden, können einige Kapitel anteilig gelesen werden. Dadurch wird die für Klasse 11 oftmals mühsame Textfülle einer Ganzschrift ohne Verlust deutlich reduziert.
- Hannahs Darstellungen auf den Kassetten sind ausgefeilt und rhetorisch effektvoll, was eine Analyse einiger Redemittel und ihrer Wirkung sowie von Lesermanipulation ermöglicht.
Thirteen Reasons Why (Amazon) Tipp von Dorothea Buschmann

Oktober 6, 2009 um 9:43
Hallo Herr Lüders,
ich bearbeite den Roman gerade mit einem Grundkurs 11 und einem Grundkurs 13. Morgen dürfen die „großen“ SchülerInnen die Klausur über den Roman schreiben. In der Tat bieten sich viele verschiedene Themen an, günstigerweise erkennen dies die SchülerInnen selbst und stellen kluge Fragen.
Kennen Sie die Internetseiten
thirteenreasons.com und hannahsreasons.blogspot.com schon?
Viele Grüße,
Ines Grabow.
Oktober 29, 2009 um 5:16
Hallo Frau Grabow,
auf der Suche nach weiteren Informationen bin ich auf diese Seite gestoßen und musste mit einem Lächeln feststellen, dass auch Sie diese Seite besucht haben.
Aber jetzt zum wichtigem Thema: Ich bin echt froh dieses Buch im Englischunterricht gelesen zu haben und finde das Buch echt klasse. Es ist ein tiefgründiges Buch und lässt hoffendlich manche Menschen über ihre Taten ein Wenig mehr nachdenken.
Ich stimme eigentlich mit allem überein, was auf dieser Seite über das Buch geschrieben wird, dennoch denke ich man sollte das Buch auf jeden Fall ganz lesen! Sonst hat man etwas verpasst!!!
Liebe Grüße,
Yvette