Jolt

… ist ein Buch des neuseeländischen Schriftstellers Bernhard Beckett.

In Neuseeland wacht der 17-jährige Marko desorientiert in der Zelle einer psychiatrischen Anstalt auf. Er weiß nicht, wie er dort hinkam, warum er betäubt wurde und was nach dem Erdbeben passierte, das seine Welt zerriss, doch er weiß sicher, dass sein behandelnder Arzt ihn umbringen will. Nun muss Marko alles daransetzen, sich aus dieser prekären Situation zu retten und den Arzt zu entlarven. Wie viel Zeit bleibt ihm? Wem kann er vertrauen? (Quelle)

Die Geschichte wird in in zwei Handlungsebenen erzählt. In der einen beschreibt Marko Turner die Vorbereitung und Teilnahme an der Coast to Coast challenge, der Abschlussveranstaltung des neuseeländischen Schulfachs Outdoor Education. Die Gruppe der leftovers, unterstützt von der Lehrerin Ms Jenkins, anfangs unmotiviert und genervt voneinander, kooperiert während der Wanderung immer besser und kommt sich auch persönlich näher. Am Ende des zweiten Tages wird der Trip jedoch jäh unterbrochen – ein massives Erdbeben erschüttert die Umgebung und die Charaktere.

Der zweite Handlungsstrang spielt ein paar Tage später. Marko befindet sich in einer psychiatrischen Klinik und versucht die Erlebnisse der vorangegangen Tage zu ordnen. Dabei steht im Zentrum seiner Überlegungen stets die Frage, wie er den ihn behandelnden Doktor umbringen kann, bevor dieser ihn umbringt. Der Leser wird über die Hintergründe dieser Gedanken lange im Unklaren gelassen.

Beide Fäden laufen zum Ende des Buches zusammen – und alles Weitere würde wohl zu viel verraten.

Das Buch bietet Sprechanlässe und diverse Einsatzmöglichkeiten im Unterricht zu

  • Charakterisierungen,
  • szenischen Verfahren, z.B. zur Gruppenkonstellation oder zum Verhalten der Protagonisten,
  • Exkursen zum Thema Erdbebenund natürlich kann man auch (eigene Urlaubs-) Bilder aus Neuseeland zeigen, um etwas anzugeben die Landschaft zu veranschaulichen und Aspekte des Landes zu vertiefen.

Einige brauchbare Materialien und Anregungen finden sich im pdf-Dokument, welches auf der Seite des Klett-Verlages kostenfrei zur Verfügung gestellt wird, sowie auf dem (occasional) blog des Autors (mit interessanten Kommentaren – Spoiler alert!) und einem Wiki.

Ein paar detailliertere Ideen und Arbeitsblätter können per Mail angefragt werden. Vieles davon wurde netterweise zur Verfügung gestellt von einer Referendarin, die mich auch auf das Buch aufmerksam gemacht hat.

„Jolt“ ist spannend geschrieben, hat einige lustige Szenen und ist somit recht kurzweilig und (mit ca. 150 Seiten) zügig zu lesen. Der verwendete Wortschatz ist nicht zu schwierig, aber z.T. durchaus fordernd. Meine 11. Klasse hatte ein paar Probleme, aber ich kann mir die Lektüre auch im 9. oder 10. Jahrgang vorstellen. Die Klett-Ausgabe hat zudem ausreichend Worterklärungen.

Auch wenn mich das Buch nicht vollends begeistert hat, ist es mit seinen Anleihen bei „Lord of the Flies“ und „Heart of Darkness“ m. E. eine überlegenswerte Wahl insbesondere für die männlichen Jugendlichen.

Bestellen kann man das Buch z.B. hier oder hier oder hier. (Tobias Meyer)

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